In der Welt des B2B-Vertriebs ist Stillstand gleichbedeutend mit Rückschritt. Wer seine Pipeline nicht kontinuierlich füllt, verliert gegen den Wettbewerb. Doch was ist Akquise im modernen Kontext von SaaS und komplexen Lösungen eigentlich?
Was ist Akquise? Eine Definition für Profis
Akquise bezeichnet alle strategischen Maßnahmen zur gezielten Kundengewinnung. Im Kern geht es darum, potenzielle Leads zu identifizieren, ihr Interesse zu wecken und sie durch den Sales Funnel bis zum erfolgreichen Abschluss (Close) zu führen.
In der Praxis unterscheiden wir zwischen der Neukundengewinnung (Kaltakquise) und der vertiefenden Arbeit mit bestehenden Kontakten (Warmakquise). Während der Begriff früher oft mit “Klinkenputzen” assoziiert wurde, ist moderne Akquise heute ein datengetriebener Prozess, der eng mit deiner Go-to-Market-Strategie (GTM) verzahnt ist.
Arten der Akquise: Kalt vs. Warm im B2B-Sales
Ein konsistenter Sales-Prozess nutzt beide Formen der Akquise, um die Pipeline-Velocity hochzuhalten. Der Unterschied liegt primär im Grad der bestehenden Beziehung:
1. Kaltakquise (Outbound)
Hier kontaktierst du potenzielle Entscheider, die bisher noch keine Berührungspunkte mit deinem Unternehmen hatten. Im B2B-Sektor bedeutet das heute meist: Social Selling via LinkedIn oder gezielte Cold Calls bei sorgfältig recherchierten Target Accounts.
Beispiel: Ein Account Executive (AE) kontaktiert den IT-Leiter eines Enterprise-Unternehmens, weil eine technologische Lücke in dessen aktuellem Tech-Stack identifiziert wurde.
2. Warmakquise (Inbound & Expansion)
Warmakquise ist deutlich effizienter. Du sprichst Kontakte an, die bereits Interesse gezeigt haben – sei es durch den Download eines Whitepapers, die Anmeldung für eine Trial-Version oder eine frühere Geschäftsbeziehung.
Beispiel: Ein Customer Success Manager nutzt Upselling-Potentiale, indem er einem Bestandskunden ein leistungsstarkes Feature-Upgrade anbietet, das dessen aktuellen Workflow automatisiert.

Der Prozess: In 5 Schritten zur Akquise-Strategie
- ICP & Zielgruppenanalyse: Definiere dein Ideal Customer Profile (ICP). Wen willst du wirklich als Kunden? Ohne klaren Fokus verschwendest du wertvolle Ressourcen.
- Lead-Qualifizierung (MEDDIC/BANT): Nicht jeder Lead ist ein guter Lead. Nutze Frameworks, um die Kaufkraft und den Bedarf von Stakeholdern frühzeitig zu prüfen.
- Value Proposition: Warum sollte ein vielbeschäftigter Entscheider dir zuhören? Dein Wertversprechen muss präzise auf die Schmerzpunkte (Pain Points) deiner Zielgruppe eingehen.
- Multi-Channel-Ansatz: Kombiniere Telefonie, LinkedIn und personalisierte Video-Botschaften. Ein Kanal allein reicht im komplexen Lösungsvertrieb selten aus.
- CRM-Tracking: Dokumentiere jeden Touchpoint in deinem CRM (z. B. HubSpot oder Salesforce). Nur was du misst, kannst du auch optimieren.
Moderne Akquise-Methoden, die im B2B funktionieren
Vergiss Flyer oder generische E-Mail-Blasts. Wenn du heute Erfolg haben willst, musst du dort sein, wo deine Kunden ihre Probleme lösen:
- Social Selling: Positioniere dich als Thought Leader auf LinkedIn. Akquise beginnt hier oft Monate vor dem ersten Call durch den Aufbau von digitaler Autorität.
- Telefonakquise (Smart Calling): Das Telefon ist nicht tot. Mit einer fundierten Vorbereitung und einem starken Pitch bleibt der direkte Anruf einer der schnellsten Wege zum Termin.
- Content-getriebene Akquise: Hochwertige Case Studies und fundierte Blogartikel ziehen Leads an, die bereits eine hohe Kaufabsicht (Intent) mitbringen.
- Networking & Fachmessen: Persönliche Kontakte in exklusiven Zirkeln sind oft die Basis für langlebige Enterprise-Deals.
Pro-Tipps für höhere Conversion-Rates
Erfolgreiche Akquise ist kein Zufall, sondern Handwerk. Beachte diese Faktoren:
- Relevanz vor Frequenz: Eine einzige, perfekt personalisierte E-Mail schlägt 100 generische Vorlagen.
- Follow-up Disziplin: 80 % der Deals werden erst nach dem 5. bis 12. Kontakt abgeschlossen. Bleib hartnäckig, aber bleib professionell.
- Rechtliche Leitplanken: Im B2B-Bereich gilt die “mutmaßliche Einwilligung” (§ 7 UWG), solange ein sachlicher Grund für die Annahme besteht, dass der Angerufene Interesse an deiner Lösung hat. Bleib seriös und respektiere Opt-outs sofort.
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Fazit: Akquise ist der Motor deines Wachstums
Akquise ist weit mehr als nur “Verkaufen”. Es ist ein dynamischer Prozess, der tiefes Empathievermögen für die Probleme deiner Zielkunden erfordert. Mit einer klaren Struktur, den richtigen digitalen Tools und einer No-Bullshit-Attitüde sicherst du deinem Unternehmen den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Akquise ist der gezielte Prozess der Kundengewinnung. Er umfasst alle Maßnahmen – von der ersten Recherche über die Kontaktaufnahme bis zum Vertragsabschluss. Ziel ist es, die Pipeline mit qualifizierten Leads zu füllen und den Umsatz nachhaltig zu steigern.
Bei der Kaltakquise sprichst du potenzielle Kunden ohne vorherigen Kontakt an (Outbound). Warmakquise richtet sich an Personen, die bereits eine Verbindung zu deinem Unternehmen haben (z. B. Bestandskunden oder Newsletter-Abonnenten), was meist zu höheren Erfolgsquoten führt.
Zu den effektivsten B2B-Methoden zählen heute Social Selling (z. B. via LinkedIn), personalisierte Telefonakquise, Empfehlungsmarketing sowie Content-Marketing, das Inbound-Leads generiert.
Ja, Kaltakquise per Telefon ist im B2B-Bereich zulässig, sofern eine mutmaßliche Einwilligung des Angerufenen vorliegt. Das bedeutet, das Angebot muss eine direkte Relevanz für das kontaktierte Unternehmen haben. Bei E-Mails sind die gesetzlichen Vorgaben (Double-Opt-In) deutlich strenger.

